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Breakout Trading: Ausbruch, Retest und Fehlausbruch erklärt

Brian Fürderer8. November 20263 Min. Lesezeit
Whiteboard: Ausbruch aus einer Balancezone im Nasdaq-Future mit Retest, Einstieg und zwei Stopp-Varianten

Bildungsanbieter Die Brian Fürderer Akademie ist ein Anbieter von Aus- und Weiterbildung rund um Börse, Trading und Investment. Wir vermitteln Wissen und Methodik. Wir geben keine Anlageberatung, keine Anlagevermittlung und keine Kaufempfehlungen.

Auf einen Blick
  • Ein Breakout (Ausbruch) ist das Verlassen einer klar begrenzten Zone, zum Beispiel einer Seitwärtsphase.
  • Nicht jeder Ausbruch hält. Der Fehlausbruch gehört zum Begriff dazu.
  • Brian prüft einen Ausbruch an drei Punkten: Schluss außerhalb der Zone, CVD in Ausbruchsrichtung, Volumen über dem 20er-Durchschnitt.
  • Eingestiegen wird bei uns im Retest der Zone, nicht in der Ausbruchskerze.
  • Der Stopp liegt unter der nächsten Volumenlücke oder unter der Zone. Die Stückzahl folgt aus diesem Abstand.

Breakout: die Kurzdefinition

Ein Breakout ist der Ausbruch des Kurses aus einer Zone, in der er sich vorher eine Weile bewegt hat: über einen Widerstand, unter eine Unterstützung oder aus einer Seitwärtsphase heraus. Breakout Trading bedeutet, genau diesen Moment zu handeln, in der Erwartung, dass der Markt in Ausbruchsrichtung weiterläuft.

Der Gedanke dahinter: In einer Seitwärtsphase sind sich Käufer und Verkäufer ungefähr einig, welcher Preis fair ist. Brian nennt das eine Balancezone. Verlässt der Kurs sie, hat eine Seite die Oberhand gewonnen, und der Markt sucht ein neues Gleichgewicht. Das Gegenstück ist der Fehlausbruch, englisch Fakeout oder Failed Breakout: Der Kurs sticht über die Grenze, findet keine Anschlusskäufe und fällt in die Zone zurück. Wer Ausbrüche handelt, muss mit beidem rechnen.

Echt oder falsch: die drei Prüfpunkte

Ein Kurs über der Linie ist noch kein Ausbruch. Im Webinar „Volume Profile Mastery“ vom 01.10.2026 nennt Brian drei Punkte, die zusammenkommen müssen:

PrüfpunktWas du ansiehstWarnzeichen
1. SchlusskursDie Kerze schließt außerhalb der Zone, nicht nur ihr Docht.Docht über der Linie, Schluss wieder drinnen
2. CVDDas Cumulative Volume Delta macht in Ausbruchsrichtung ein neues Hoch bzw. Tief.Kurs auf neuem Hoch, CVD nicht
3. VolumenDas Volumen der Ausbruchskerze liegt über dem Durchschnitt der letzten 20 Kerzen.Ausbruch auf dünnem Volumen

Dass Volumen die wichtigste Bestätigung eines Ausbruchs ist, liest du in vielen Lehrquellen. Welche Schwelle als deutlich erhöht gilt, ist dagegen nicht einheitlich: Manche nennen das Anderthalbfache, andere das Doppelte oder mehr. Brians Maßstab ist der 20er-Durchschnitt. Was Delta und CVD genau messen, erklärt der Artikel Orderflow-Trading erklärt.

Drei Situationen: Ausbruch, Retest, Fehlausbruch

An einer Balancezone mit Volume Profile unterscheidet Brian in seiner Masterclass drei Situationen:

  • Ausbruch mit Retest: Der Kurs schließt über der Value Area und bleibt draußen. Einstieg beim Rücklauf auf die obere Grenze (VAH), Stopp unter der nächsten Volumenlücke oder unter der Zone. Der Retest ist damit ein Pullback an einen vorher bekannten Ort.
  • Retest an der Lücke: Der Kurs läuft schnell durch einen Low Volume Node, kommt zurück und prallt dort ab. Stopp knapp dahinter, Ziel der nächste Volumengipfel.
  • Fehlausbruch: Der Kurs sticht über die Value Area, das CVD zieht nicht mit, und der Kurs fällt zurück. Dann läuft der Markt häufig zum Point of Control.

Die Alternative zum Retest ist eine Stop-Buy-Order direkt über der Grenze. Damit bist du bei jedem Ausbruch dabei, aber auch bei jedem Fehlausbruch. Wer auf den Retest wartet, verpasst manche Bewegung, die nie zurückkommt, bekommt dafür einen engeren und klar begründeten Stopp.

Rechenbeispiel: Stopp unter der Zone im NQ und MNQ

Beispiel mit frei gewählten Zahlen, keine echten Marktdaten und keine Empfehlung. Der NQ pendelt drei Tage zwischen 21.200 und 21.260. Das Fixed Range Volume Profile über der Zone zeigt den Point of Control bei 21.230, die VAH bei 21.255 und eine Volumenlücke bei 21.245.

  1. Die Ausbruchskerze schließt bei 21.272 über der VAH. Ihr Volumen liegt beim 1,6-Fachen des 20er-Durchschnitts, das CVD macht ein neues Hoch.
  2. Der Kurs läuft zurück bis 21.257 und schließt wieder darüber. Einstieg bei 21.260.
  3. Variante A: Stopp unter der Lücke bei 21.240, also 20 Punkte oder 80 Ticks.
  4. Variante B: Stopp unter der ganzen Zone bei 21.195, also 65 Punkte.
VarianteAbstandje MNQ (2 $/Punkt)je NQ (20 $/Punkt)Stück bei 250 $ Risiko
A: unter der Lücke20 Punkte40 $400 $6 MNQ
B: unter der Zone65 Punkte130 $1.300 $1 MNQ

Beide Stopps sind begründet. Der weite Stopp gibt dem Trade mehr Raum, kostet aber Stückzahl. Welche Variante in deinen Plan gehört, legst du vorher fest, nicht im laufenden Trade. Auf einem Prop-Firm-Konto prüfst du zusätzlich die Verlustgrenzen, siehe Prop-Firm-Regeln erklärt.

Typische Fehler beim Breakout Trading

  • Den Docht für den Ausbruch halten: Entscheidend ist der Schluss außerhalb der Zone.
  • Der Kerze hinterherkaufen: Wer weit über der Grenze einsteigt, hat entweder einen sehr weiten Stopp oder keinen sinnvollen.
  • Ausbrüche ohne Zone: Ohne vorherige Seitwärtsphase oder klare Marke gibt es nichts, woraus der Kurs ausbrechen könnte.
  • Volumen ignorieren: Ein Ausbruch in der ruhigen Mittagszeit auf dünnem Volumen steht auf schwächerem Fundament als einer mit deutlich erhöhtem Volumen.
  • Nach dem Fehlausbruch hoffen: Fällt der Kurs zurück in die Zone, ist die Idee widerlegt. Dann greift der Stopp.
  • Nachrichten übersehen: Zu Wirtschaftsdaten springen Kurse durch Zonen, Stopps werden dann oft mit Slippage ausgeführt.
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Was wir für dich tun können

Im Apex-Programm lernst du die komplette Strategie, nach der Brian und Philipp selbst handeln, und baust dir daraus dein eigenes, schriftliches Regelwerk. Ob auf dem eigenen Konto oder auf einem Futures-Prop-Firm-Konto: Der Prozess ist derselbe.

  • Märkte selbst lesen: Marktstruktur, Phasen, Volumen und die richtigen Werte, statt Signalen zu folgen.
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Häufige Fragen

Was ist Breakout Trading?

Breakout Trading heißt, den Ausbruch des Kurses aus einer Zone zu handeln, etwa über einen Widerstand oder aus einer Seitwärtsphase. Eingestiegen wird entweder direkt beim Ausbruch oder beim Rücklauf auf die durchbrochene Grenze, dem Retest.

Was ist ein Fehlausbruch?

Ein Fehlausbruch, englisch Fakeout, liegt vor, wenn der Kurs eine Zone verlässt und kurz darauf in sie zurückfällt. Typische Warnzeichen sind ein Ausbruch nur mit dem Docht, dünnes Volumen und ein CVD, das die neue Kursmarke nicht bestätigt.

Wie erkenne ich einen echten Ausbruch?

Sicher erkennst du ihn nie im Voraus. Brian prüft drei Punkte: Die Kerze schließt außerhalb der Zone, das Cumulative Volume Delta macht in Ausbruchsrichtung ein neues Extrem, und das Volumen liegt über dem Durchschnitt der letzten 20 Kerzen.

Wo setze ich beim Breakout den Stop Loss?

Üblich ist ein Stopp zurück in der Zone: unter der nächsten Volumenlücke oder unter der gesamten Seitwärtsphase. Der engere Stopp erlaubt mehr Stückzahl, der weitere gibt dem Trade mehr Raum. Beides gehört vorher in den Handelsplan.

Sofort einsteigen oder auf den Retest warten?

Der Sofort-Einstieg per Stop-Order nimmt jeden Ausbruch mit, auch jeden Fehlausbruch. Der Retest-Einstieg verpasst Bewegungen ohne Rücklauf, liefert dafür einen engeren, klar begründeten Stopp. In unserer Ausbildung arbeiten wir mit dem Retest.

Risikohinweis: Der Handel mit Finanzinstrumenten ist mit Risiken verbunden und kann zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Vergangene Entwicklungen sind kein Indikator für künftige Ergebnisse.

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