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Pullback Trading: Rücksetzer im Trend erkennen und handeln

Brian Fürderer8. November 20263 Min. Lesezeit
Whiteboard: Aufwärtstrend im Nasdaq-Future mit Rücksetzer auf das alte Ausbruchsniveau, Einstieg, Stopp und Ziel

Bildungsanbieter Die Brian Fürderer Akademie ist ein Anbieter von Aus- und Weiterbildung rund um Börse, Trading und Investment. Wir vermitteln Wissen und Methodik. Wir geben keine Anlageberatung, keine Anlagevermittlung und keine Kaufempfehlungen.

Auf einen Blick
  • Ein Pullback ist eine vorübergehende Gegenbewegung in einem bestehenden Trend, keine Trendwende.
  • Pullback Trading heißt: im Rücklauf einsteigen, statt dem Kurs am Hoch hinterherzulaufen.
  • Gute Orte sind alte Ausbruchsniveaus, Value-Area-Grenzen und Zonen, an denen mehrere Marken zusammenfallen.
  • Der Stopp liegt hinter dem Tief des Rücksetzers. Fällt der Kurs darunter, ist die Idee widerlegt.
  • Ob ein Rücksetzer endet, zeigt erst eine Bestätigung, nicht die Linie allein.

Pullback: die Kurzdefinition

Ein Pullback, deutsch Rücksetzer oder Rücklauf, ist eine kurze Bewegung gegen den laufenden Trend, nach der der Markt wieder in die ursprüngliche Richtung drehen kann. Im Aufwärtstrend ist das der Rückgang zwischen zwei Hochs, im Abwärtstrend der Anstieg zwischen zwei Tiefs.

Wichtig ist das Wort kann. Während der Kurs zurückläuft, weiß niemand, ob es bei einem Rücksetzer bleibt oder ob gerade eine Trendwende beginnt. Pullback und Retracement werden oft gleichbedeutend verwendet; manche Glossare nennen den flacheren Rücklauf Retracement und den tieferen Pullback. Für deine Praxis zählt eine andere Frage: Bleibt die Marktstruktur intakt?

PullbackTrendwende
Strukturdas letzte höhere Tief hältdas letzte höhere Tief wird unterschritten
Danachneues Hoch in Trendrichtungtiefere Hochs und tiefere Tiefs
Volumen im Rücklaufhäufig niedriger als im Impuls davorhäufig steigend in Gegenrichtung

Woran du einen gesunden Rücksetzer erkennst

Ein Pullback ergibt nur in einem Trend Sinn. Im Aufwärtstrend heißt das: Hochs und Tiefs steigen. Erst wenn dieses Gerüst steht, lohnt die Frage, wo ein Rücklauf enden könnte. Die üblichen Kandidaten:

  • Altes Ausbruchsniveau: der frühere Widerstand, den der Kurs überwunden hat. Kehrt er dorthin zurück, wirkt die Marke oft als Unterstützung.
  • Grenze einer Balancezone: nach dem Ausbruch aus einer Seitwärtsphase die obere Grenze der Value Area (VAH) aus dem Volume Profile.
  • Fibonacci-Zonen: Viele Trader beobachten 38,2 %, 50 % und 61,8 % des vorherigen Impulses. Das sind Orientierungsmarken, keine Wendepunkte auf Bestellung. Details im Eintrag Fibonacci-Retracement.
  • Gleitende Durchschnitte als grobe, bewegliche Trendlinie.

Am meisten Gewicht hat ein Ort, an dem mehrere dieser Marken zusammenfallen. Dazu kommt das Verhalten im Rücklauf selbst: Werden die Gegenkerzen kleiner und sinkt das Volumen, lässt der Gegendruck eher nach. Laufen die Gegenkerzen groß und mit steigendem Volumen, ist Vorsicht angebracht.

Rechenbeispiel: Pullback im MNQ

Beispiel mit frei gewählten Zahlen, keine echten Marktdaten und keine Empfehlung. Der Nasdaq-Future steigt in einem Impuls von 21.300 auf 21.500 Punkte. Unterwegs hat er einen Widerstand bei 21.410 überwunden.

  1. Fibonacci-Marken des Impulses von 200 Punkten: 38,2 % bei 21.423,6, 50 % bei 21.400, 61,8 % bei 21.376,4.
  2. Der Rücklauf endet bei 21.405, also zwischen 38,2 % und 50 % und direkt am alten Widerstand.
  3. Eine grüne Kerze schließt wieder über 21.420. Einstieg bei 21.425.
  4. Stopp bei 21.400, knapp unter dem Tief des Rücksetzers: 25 Punkte oder 100 Ticks zu je 0,25 Punkten.
  5. Ziel ist das letzte Hoch bei 21.500, 75 Punkte entfernt. Das ergibt ein Chance-Risiko-Verhältnis von 3 : 1.
KontraktWert je PunktRisiko je Kontrakt bei 25 Punkten
MNQ2 $50 $
NQ20 $500 $

Bei 250 $ Risiko pro Trade sind das höchstens 5 MNQ. Für einen NQ reicht das Budget nicht. Die Reihenfolge ist immer dieselbe: Der Stopp kommt aus der Struktur, die Stückzahl aus dem Stopp. Wie du ihn platzierst, steht im Eintrag Stop Loss.

Wie wir Pullbacks in der Ausbildung einordnen

In Brians Trendfolge ist der Pullback kein eigenes Muster, sondern der Moment des Einstiegs. In der Volume Profile Masterclass beschreibt er den Ausbruch aus einer Balancezone so: Der Kurs schließt über der Value Area, mit Volumen über dem Durchschnitt, und bleibt draußen. Eingestiegen wird nicht in der Ausbruchskerze, sondern beim Rücklauf auf die obere Grenze der Value Area. Der Stopp liegt unter der nächsten Volumenlücke oder unter der Zone. Das ist ein Rücksetzer an einen vorher festgelegten Ort.

Daraus ergibt sich eine feste Reihenfolge:

  1. Trend bestimmen, am besten auf der nächsthöheren Zeiteinheit.
  2. Den Ort festlegen, an dem ein Rücklauf enden sollte, bevor der Kurs dort ankommt.
  3. Auf eine Bestätigung warten, zum Beispiel eine Kerze, die von der Zone wegschließt.
  4. Stopp hinter das Tief des Rücksetzers, Stückzahl aus dem Risiko rechnen, Ziel am letzten Hoch oder am nächsten Volumengipfel.

Ob der vorangegangene Ausbruch echt war, prüft Brian mit Schlusskurs, CVD und Volumen. Wie das funktioniert, steht im Eintrag Breakout.

Typische Fehler beim Pullback Trading

  • Jeden Rückgang für einen Pullback halten: Ohne intakten Trend ist ein Rücklauf einfach eine Bewegung nach unten.
  • In die fallende Kerze kaufen: Wer ohne Bestätigung einsteigt, wettet darauf, dass der Rücksetzer genau jetzt endet.
  • Den Stopp nach unten verschieben: Fällt der Kurs unter das Tief des Rücksetzers, ist das höhere Tief verloren. Wer den Stopp dann nachzieht, macht aus einem geplanten Verlust einen ungeplanten.
  • Fibonacci als Gesetz lesen: Die Marken sind Hilfslinien. Der Markt hält sich nicht an Nachkommastellen.
  • Gewinne zu früh absichern: Ein zu enger Trailing Stop kann dich im nächsten normalen Rücksetzer aus dem Trade nehmen.
  • Nicht auswerten: Welche Rücksetzer in deinem Markt tragen, siehst du erst nach vielen dokumentierten Trades im Trading-Journal.
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Häufige Fragen

Was ist ein Pullback beim Trading?

Ein Pullback ist ein kurzer Rücklauf gegen den laufenden Trend, im Aufwärtstrend also ein Rückgang zwischen zwei Hochs. Viele Trendfolger nutzen ihn als Einstieg, weil der Stopp unter dem Tief des Rücksetzers enger liegt als bei einem Kauf am Hoch.

Was ist der Unterschied zwischen Pullback und Retracement?

Im Alltag meinen beide Begriffe dasselbe: eine vorübergehende Gegenbewegung im Trend. Manche Glossare nennen den flacheren Rücklauf Retracement und den tieferen oder längeren Pullback. Eine feste Grenze gibt es nicht.

Wie unterscheide ich einen Pullback von einer Trendwende?

An der Marktstruktur. Im Aufwärtstrend bleibt beim Pullback das letzte höhere Tief erhalten. Wird es unterschritten und folgt ein tieferes Hoch, spricht mehr für eine Trendwende. Im Moment des Rücklaufs weißt du es nicht sicher, deshalb gehört der Stopp unter dieses Tief.

Wie tief geht ein Pullback?

Das ist offen. Viele Trader beobachten die Fibonacci-Marken 38,2 %, 50 % und 61,8 % des vorherigen Impulses oder alte Ausbruchsniveaus. Das sind Orientierungspunkte. Läuft ein Rücksetzer sehr tief, steigt das Risiko, dass der Trend endet.

Wo setze ich beim Pullback den Stop Loss?

Üblich ist ein Stopp knapp hinter dem Extrempunkt des Rücksetzers, im Aufwärtstrend also unter seinem Tief, mit etwas Abstand zum normalen Kursrauschen. Die Stückzahl rechnest du danach aus deinem Risiko pro Trade und dem Abstand zum Stopp.

Risikohinweis: Der Handel mit Finanzinstrumenten ist mit Risiken verbunden und kann zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Vergangene Entwicklungen sind kein Indikator für künftige Ergebnisse.

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