
Bildungsanbieter Die Brian Fürderer Akademie ist ein Anbieter von Aus- und Weiterbildung rund um Börse, Trading und Investment. Wir vermitteln Wissen und Methodik. Wir geben keine Anlageberatung, keine Anlagevermittlung und keine Kaufempfehlungen.
Stand der Angaben: 08.11.2026
- Ein Stop Loss schließt deine Position automatisch, wenn der Kurs ein vorher festgelegtes Niveau erreicht.
- Stop-Market wird nach dem Auslösen ausgeführt, der Preis kann aber abweichen. Stop-Limit begrenzt den Preis, wird aber eventuell nicht ausgeführt.
- Erst den Stopp festlegen, dann daraus die Kontraktzahl rechnen, nie umgekehrt.
- Ein Stopp nur im Kopf ist kein Stop Loss. Er gehört mit der Einstiegsorder zusammen in den Markt.
Stop Loss: die Kurzdefinition
Ein Stop Loss (deutsch: Verlustbegrenzung) ist eine im Voraus platzierte Order, die eine offene Position automatisch glattstellt, sobald der Markt einen festgelegten Kurs erreicht oder durchläuft. Bei einer Long-Position ist das ein Verkaufsauftrag unterhalb des aktuellen Kurses, bei einer Short-Position ein Kaufauftrag oberhalb.
Der Stop Loss legt fest, wie viel ein einzelner Trade höchstens kosten soll, bevor du ihn eingehst. Er ist keine Garantie auf den Tick genau: Läuft der Markt sehr schnell oder springt er über deinen Preis hinweg, wird schlechter ausgeführt. Diese Abweichung heißt Slippage.
An der CME, wo NQ und MNQ gehandelt werden, wird eine Stop-Order aktiviert, wenn ein Umsatz auf oder jenseits deines Auslösepreises stattfindet. Erst dann wird aus dem schlafenden Auftrag eine handelbare Order.
Stop-Market, Stop-Limit und mentaler Stopp
Hinter dem Begriff stecken mehrere Ordertypen, die sich darin unterscheiden, was nach dem Auslösen passiert:
| Art | Nach dem Auslösen | Stärke | Schwäche |
|---|---|---|---|
| Stop-Market | wird zur Marktorder | Position wird geschlossen | Preis offen, bei schnellen Märkten Slippage |
| Stop-Limit | wird zur Limitorder mit Höchst- bzw. Mindestpreis | kein Fill schlechter als dein Limit | springt der Kurs über das Limit, bleibt die Position offen |
| Mentaler Stopp | nichts, du musst selbst klicken | keine | hängt an deiner Disziplin und deiner Verbindung |
Eine Besonderheit der CME ist die Stop Order with Protection: Sie wird nach dem Auslösen wie eine Marktorder behandelt, aber nur innerhalb einer Schutzspanne um den Auslösepreis ausgeführt. Was in dieser Spanne nicht gefüllt wird, bleibt als Limitorder am Rand der Spanne liegen. Wie deine Plattform einen Stop-Market an die CME weitergibt, steht in ihrer Hilfe. Wird er als Stop with Protection geführt, kann er in einer extremen Kerze teilweise offen bleiben.
Eine Variante, die dem Kurs nachläuft, ist der Trailing Stop.
Rechenbeispiel: Stopp und Positionsgröße im MNQ
Beispiel mit frei gewählten Zahlen, keine Empfehlung. Dein Konto hat 25.000 $, du riskierst je Trade 1 %, also 250 $. Du willst im Micro E-mini Nasdaq-100 (MNQ) bei 21.000 long gehen. Das letzte markante Tief liegt bei 20.982, dein Stopp darunter bei 20.980.
- Stoppabstand: 21.000 − 20.980 = 20 Punkte, das sind 80 Ticks zu je 0,25 Punkten.
- Risiko je Kontrakt: 20 Punkte × 2 $ = 40 $.
- Kontraktzahl: 250 $ ÷ 40 $ = 6,25, abgerundet 6 MNQ. Dein tatsächliches Risiko beträgt 240 $.
Derselbe Stopp im großen NQ kostet 20 × 20 $ = 400 $ je Kontrakt. Mit 250 $ Budget geht dort nicht einmal ein Kontrakt; du müsstest den Stopp enger setzen und damit die Idee verbiegen. Genau dafür gibt es die Micro-Kontrakte.
Im Mini-DAX-Future (FDXM) ist ein Indexpunkt 5 € wert. Ein Stopp 25 Punkte unter dem Einstieg kostet 125 € je Kontrakt; bei 250 € Budget sind das 2 FDXM.
Plane zusätzlich etwas Puffer ein: Gebühren und mögliche Slippage kommen zum rechnerischen Risiko hinzu.
So ordnen wir den Stopp in der Ausbildung ein
In seinen Videos fasst Brian die Logik in einem Satz zusammen: Der Stopp liegt da, wo meine Idee falsch ist, nicht da, wo es weh tut. Der Stopp kommt also aus dem Chart, etwa unter dem letzten markanten Tief oder unter einer Balancezone, und nicht aus der Frage, wie viel Verlust sich gerade noch erträglich anfühlt.
Daraus folgt die Reihenfolge, die er für Einsteiger vorgibt:
- Stopp zuerst, dann die Stückzahl, nie umgekehrt. Die Positionsgröße ergibt sich aus Risiko in Geld geteilt durch den Stoppabstand.
- Order und Stopp gehen gleichzeitig in den Markt, im selben Moment, in dem du auf Kaufen oder Verkaufen klickst.
- Danach wird der Stopp nicht mehr verschoben, jedenfalls nicht weiter weg vom Einstieg.
Brian erzählt, dass er Teilnehmer erlebt hat, die ihren Stopp schlicht vergessen hatten und über Nacht vierstellig verloren. Einen ausgelösten Stopp sieht er nicht als Fehler, sondern als normalen Teil des Systems: Wer Stopps akzeptiert, kann sie in seine Regeln einbauen.
Wo genau dein Stopp liegt, welches Risiko je Trade gilt und wann du für den Tag aufhörst, gehört in deinen Handelsplan. Wer ein Prop-Firm-Konto handelt, gleicht den Stopp zusätzlich mit den Verlustgrenzen des Kontos ab, siehe Apex-Regeln erklärt.
Typische Fehler beim Stop Loss
- Kein echter Stopp: „Ich steige aus, wenn es zu weit fällt“ ist kein Stop Loss. Solange nicht ausgestoppt wird, ist die Position nicht aufgegeben.
- Stopp weiter weg schieben: Aus einem geplanten Verlust wird ein offener. Nachziehen in Gewinnrichtung ist etwas anderes als Ausweiten.
- Stopp nach Kontraktzahl statt Kontraktzahl nach Stopp: Wer zuerst die Größe wählt und den Stopp passend eng setzt, platziert ihn mitten ins normale Rauschen.
- Stopp genau auf dem Tief: Ohne kleinen Abstand reicht ein Tick Unterschreitung, um auszulösen. Ein paar Ticks Puffer gehören in die Rechnung.
- Slippage ignorieren: Rund um Wirtschaftsdaten kann ein Stop-Market spürbar schlechter gefüllt werden.
- Nicht auswerten: Wie oft dein Stopp knapp vor der Wende lag, siehst du nur im Trading-Journal.
Was wir für dich tun können
Im Apex-Programm lernst du die komplette Strategie, nach der Brian und Philipp selbst handeln, und baust dir daraus dein eigenes, schriftliches Regelwerk. Ob auf dem eigenen Konto oder auf einem Futures-Prop-Firm-Konto: Der Prozess ist derselbe.
- Märkte selbst lesen: Marktstruktur, Phasen, Volumen und die richtigen Werte, statt Signalen zu folgen.
- Klare Wenn-Dann-Regeln für Einstieg, Stopp und Ziel, schriftlich festgehalten.
- Kapitalerhalt zuerst: Positionsgröße und maximaler Tagesverlust stehen vorher fest. Genau das verlangen auch Prop-Firm-Regeln wie der Trailing Drawdown.
- Begleitung durch zwei aktive Trader: ehrliches Feedback an echten Charts statt Theorie vom Blatt.
Häufige Fragen
Wie funktioniert ein Stop Loss?
Du hinterlegst beim Broker einen Auslösepreis. Erreicht der Markt diesen Preis, wird aus dem ruhenden Auftrag eine Order, die deine Position schließt: bei Long ein Verkauf, bei Short ein Kauf. Je nach Typ wird dann zum Marktpreis (Stop-Market) oder nur bis zu einem Limit (Stop-Limit) ausgeführt.
Was ist der Unterschied zwischen Stop Loss und Stop-Limit?
Ein klassischer Stop Loss als Stop-Market wird nach dem Auslösen ausgeführt, auch wenn der Preis schlechter ist als geplant. Ein Stop-Limit wird nur bis zu deinem Limitpreis ausgeführt. Springt der Kurs darüber hinweg, bleibt die Position offen und der Verlust kann weiter wachsen.
Wie setze ich einen Stop Loss richtig?
Lege den Stopp an die Stelle im Chart, an der deine Trade-Idee nicht mehr stimmt, zum Beispiel einige Ticks unter dem letzten markanten Tief bei einem Long. Rechne dann aus Risiko in Geld und Stoppabstand die Kontraktzahl und gib Einstieg und Stopp gemeinsam in den Markt.
Wird ein Stop Loss immer genau zum Stopp-Kurs ausgeführt?
Nein. Bei schnellen Bewegungen, Kurslücken oder Wirtschaftsdaten kann die Ausführung schlechter ausfallen als der Stopp-Kurs. An der CME begrenzt die Stop Order with Protection diese Abweichung auf eine Schutzspanne; was darin nicht gefüllt wird, bleibt als Limitorder liegen.
Was bedeutet Stop Loss auf Deutsch?
Wörtlich etwa „Verlust stoppen“. Im deutschen Börsenalltag spricht man auch von Stop-Loss-Order, Verlustbegrenzung oder kurz Stopp.
- CME Group Client Systems Wiki: Order Types for Futures and Options (Stop-Limit, Stop Order with Protection) (abgerufen 08.11.2026)
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Risikohinweis: Der Handel mit Finanzinstrumenten ist mit Risiken verbunden und kann zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Vergangene Entwicklungen sind kein Indikator für künftige Ergebnisse.
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