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- Cup and Handle (Tasse mit Henkel) ist eine Fortsetzungsformation in einem Aufwärtstrend.
- Die Tasse ist eine runde U-Form, kein spitzes V. Der Henkel ist ein kleiner Rücksetzer kurz unter dem alten Hoch.
- Faustregeln aus dem Tageschart: Tasse höchstens etwa ein Drittel des Vortrend-Anstiegs tief, Henkel deutlich flacher als die Tasse.
- Kursziel: Tiefe der Tasse, vom Ausbruchspunkt nach oben übertragen.
- Das Muster stammt aus dem Aktienhandel auf Tages- und Wochencharts. Intraday im Future ist es seltener sauber.
Cup and Handle in einem Satz
Cup and Handle ist eine Chartformation, bei der der Kurs nach einem Anstieg eine runde Mulde bildet (die Tasse), fast bis zum alten Hoch zurückkehrt, dort noch einmal leicht nachgibt (der Henkel) und anschließend über den Widerstand ausbricht. Auf Deutsch heißt sie Tasse mit Henkel.
Bekannt gemacht hat die Formation der US-Investor und Verleger William O’Neil in seinem Buch „How to Make Money in Stocks“ von 1988. Er beschrieb sie für Aktien im Tages- und Wochenchart. Das ist wichtig für die Einordnung: Die Faustregeln zu Tiefe und Dauer beziehen sich auf Zeiträume von Wochen und Monaten, nicht auf einen Vormittag im Nasdaq-Future.
Die Bausteine der Formation
Vorheriger Anstieg
Ohne Aufwärtstrend davor keine Fortsetzung. Die Tasse ist eine Pause in einer laufenden Bewegung.
Die Tasse
Eine gerundete Bodenbildung zwischen zwei etwa gleich hohen Rändern. Die Rundung zeigt, dass der Markt Zeit gebraucht hat, um Verkäufer aufzunehmen. Ein spitzes V erfüllt das nicht. Laut StockCharts ChartSchool korrigiert die Tasse idealerweise ein Drittel des vorherigen Anstiegs oder weniger, in schwankungsreichen Phasen auch bis zur Hälfte. Im Tageschart dauert sie meist ein bis sechs Monate.
Der Henkel
Ein kurzer, flacher Rücksetzer nach dem rechten Rand, oft wie eine kleine Flagge. Wie tief er sein darf, wird unterschiedlich angegeben: StockCharts nennt höchstens rund ein Drittel des Tassen-Anstiegs, andere Beschreibungen lassen bis zur Hälfte zu. Einig sind sich die Quellen bei der Dauer im Tageschart, ein bis vier Wochen. Der Henkel ist der letzte Test: Wer hier noch verkaufen will, tut es jetzt.
Der Ausbruch
Steigt der Kurs über das Hoch des Henkels, gilt die Formation als ausgelöst. Steigendes Volumen beim Ausbruch wird als Bestätigung gesehen.
Rechenbeispiel im NQ und MNQ
Beispiel mit frei gewählten Zahlen, keine Handelsempfehlung. Der E-mini Nasdaq-100 (NQ, 20 $ je Punkt) steigt von 19.200 auf 21.000 und bildet dann eine Tasse.
| Baustein | Preis | Prüfung |
|---|---|---|
| Linker Rand | 21.000 | Vortrend 1.800 Punkte |
| Boden der Tasse | 20.400 | Tiefe 600 Punkte = ein Drittel des Vortrends |
| Rechter Rand | 20.980 | Tassen-Anstieg 580 Punkte |
| Tief des Henkels | 20.850 | Rücksetzer 130 Punkte = 22 % des Tassen-Anstiegs |
Kursziel nach der üblichen Messregel: rechter Rand minus Boden = 580 Punkte, vom Ausbruch bei 20.980 nach oben übertragen: 21.560.
Risiko bei einem Stopp unter dem Henkel: Einstieg über dem Henkel bei 20.985, Stopp bei 20.845, Abstand 140 Punkte. Das sind 2.800 $ je NQ oder 280 $ je MNQ (2 $ je Punkt). Die Strecke bis zum Ziel beträgt 575 Punkte.
Der Henkel ist also nicht nur ein Formdetail: Er liefert einen engen, logischen Ort für den Stopp. Je tiefer der Henkel ausfällt, desto weiter wird dieser Stopp und desto mehr gleicht die Formation einem gewöhnlichen Doppeltop-Versuch.
Varianten und Verwechslungen
- Umgekehrte Tasse mit Henkel (Inverse Cup and Handle): das Spiegelbild in einem Abwärtstrend, mit Bruch nach unten.
- Untertasse (Rounding Bottom): eine runde Bodenbildung ohne Henkel, meist nach einem Abwärtstrend, also eher Umkehr als Fortsetzung.
- Doppelboden: zwei spitze Tiefs statt einer Rundung. Ist der Boden der Tasse zweigeteilt, liegt oft eher ein W vor.
- Tasse ohne Henkel: Bricht der Kurs direkt am rechten Rand aus, fehlt der Henkel als Stopp-Ort. Viele behandeln das dann als gewöhnlichen Ausbruch über ein altes Hoch.
Wie wir Cup and Handle im Futures-Handel einordnen
Im Intraday-Chart von NQ oder DAX-Future siehst du die perfekte Tasse selten. Was du häufig siehst, ist der Kern dahinter: Ein Markt kommt an ein altes Hoch zurück, gibt kurz nach, ohne viel abzugeben, und versucht es erneut. Genau diesen Ablauf aus Widerstand, flachem Rücksetzer und Ausbruch behandeln wir in der Ausbildung unter Marktstruktur, Pullback und Breakout, nicht als eigenes Muster mit eigenem Namen.
Ob ein flacher Henkel unter einem alten Hoch in deinem Markt mehr taugt als ein beliebiger Ausbruch, findest du nur über deine Auswertung heraus. Schreib das Setup dafür so konkret auf, dass ein anderer es genauso erkennen würde: maximale Tiefe des Henkels in Punkten, Mindestzahl an Kerzen in der Tasse, Einstieg, Stopp, Ziel.
Typische Fehler beim Erkennen
- Jedes U wird zur Tasse. Ohne vorherigen Anstieg fehlt die Grundlage der Fortsetzung.
- Henkel zu tief. Gibt der Rücksetzer den Großteil der Tasse wieder ab, ist das Muster gescheitert, auch wenn es noch so aussieht.
- Vor dem Ausbruch einsteigen. Solange der Kurs im Henkel liegt, kann er genauso gut nach unten durchfallen.
- Faustregeln 1:1 übertragen. „Ein bis sechs Monate“ gilt für Tagescharts. Im 5-Minuten-Chart brauchst du eigene, schriftliche Kriterien.
Was wir für dich tun können
Im Apex-Programm lernst du die komplette Strategie, nach der Brian und Philipp selbst handeln, und baust dir daraus dein eigenes, schriftliches Regelwerk. Ob auf dem eigenen Konto oder auf einem Futures-Prop-Firm-Konto: Der Prozess ist derselbe.
- Märkte selbst lesen: Marktstruktur, Phasen, Volumen und die richtigen Werte, statt Signalen zu folgen.
- Klare Wenn-Dann-Regeln für Einstieg, Stopp und Ziel, schriftlich festgehalten.
- Kapitalerhalt zuerst: Positionsgröße und maximaler Tagesverlust stehen vorher fest. Genau das verlangen auch Prop-Firm-Regeln wie der Trailing Drawdown.
- Begleitung durch zwei aktive Trader: ehrliches Feedback an echten Charts statt Theorie vom Blatt.
Häufige Fragen
Ist Cup and Handle bullish?
Die klassische Tasse mit Henkel gilt als Fortsetzungsformation in einem Aufwärtstrend, also als bullish. Die umgekehrte Variante gilt als bearish. Ob das Muster in einem bestimmten Fall trägt, ist offen; es beschreibt eine Ausgangslage, kein Ergebnis.
Wie berechnet man das Kursziel bei Cup and Handle?
Du misst die Tiefe der Tasse vom rechten Rand bis zum Boden und trägst diesen Abstand vom Ausbruchspunkt nach oben ab. Beispiel im NQ: 20.980 − 20.400 = 580 Punkte, Ziel 20.980 + 580 = 21.560.
Wie lange dauert eine Cup-and-Handle-Formation?
Im Tageschart nennt die StockCharts ChartSchool für die Tasse meist ein bis sechs Monate und für den Henkel ein bis vier Wochen. In kleineren Zeiteinheiten entsteht dasselbe Bild schneller, dafür fehlen allgemein anerkannte Faustregeln.
Was ist eine Inverse Cup and Handle?
Das Spiegelbild: eine umgedrehte, runde Kuppel mit einem kurzen Anstieg als Henkel und einem Bruch nach unten. Sie wird als bearishe Fortsetzung in einem Abwärtstrend gelesen.
Wo setzt man den Stopp bei Cup and Handle?
Häufig unter dem Tief des Henkels, weil die Formation dort als gescheitert gilt. Den Abstand rechnest du in Punkte und Dollar um und leitest die Positionsgröße daraus ab.
- StockCharts ChartSchool: Cup with Handle (O’Neil 1988, Tiefe, Dauer, Kursziel) (abgerufen 08.11.2026)
- Wikipedia: Cup and handle (Dauer, Henkeltiefe, Volumen) (abgerufen 08.11.2026)
- CME Group: E-mini Nasdaq-100, Kontraktspezifikationen (20 $ je Indexpunkt) (abgerufen 08.11.2026)
- CME Group: Micro E-mini Nasdaq-100, Kontraktspezifikationen (2 $ je Indexpunkt, Tick 0,25) (abgerufen 08.11.2026)
Risikohinweis: Der Handel mit Finanzinstrumenten ist mit Risiken verbunden und kann zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Vergangene Entwicklungen sind kein Indikator für künftige Ergebnisse.
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